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Schutzimpfung

Warum Impfen?

Impfungen sind das beste vorbeugende Mittel gegen Infektionserkrankungen. Mit Hilfe von Impfungen wurde die Zahl der Todesfälle, welche durch ansteckende Krankheiten verursacht wurden, weltweit enorm reduziert.

Während beispielsweise vor der Einführung der Impfung gegen Pocken noch etwa 4,81 Mio. Menschen an dieser gefährlichen Erkrankung verstorben sind, sind die Menschenpocken heutzutage komplett von der Bildfläche verschwunden. Auch Fälle von Kinderlähmung, einer früher bei uns sehr häufig auftretenden Krankheit, kommen dank der Impfung nur mehr äußerst selten vor. Diese seltenen Fälle treten dann dort auf, wo keine ausreichend hohe Durchimpfungsrate erreicht wird.

Da viele Menschen die schweren Krankheitsverläufe und Folgen der oben genannten Infektionskrankheiten nicht mehr kennen und daher unterschätzen, wird die Bedeutung von Impfungen trotz ihrer Erfolgsgeschichte inzwischen vielfach geringgeschätzt. Durch die Covid-19 Pandemie hat sich daher deutlich gezeigt, wie wichtig Information und Aufklärung rund um das Thema "Impfungen" sind.

Infektionskrankheiten werden durch Viren oder Bakterien verursacht und sind sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ansteckend. Beispiele für Infektionskrankheiten sind Masern, Röteln oder die Covid-19-Erkrankung.

Grafik Infektionskrankheiten

Vor Infektionskrankheiten schützen uns zwei Maßnahmen: Hygiene und die Impfung.

Impfungen

  • schützen vor ansteckenden Krankheiten, die teilweise nur eingeschränkt oder gar nicht behandelbar sind und mitunter lebensbedrohlich verlaufen können.
  • verhindern Infektionen und mögliche Komplikationen der Erkrankung bei der/dem Geimpften selbst, schützen aber auch Personen in der Umgebung, die z.B. aufgrund des Alters oder verschiedener Grunderkrankungen nicht selbst geimpft werden können
  • gehören zu den effektivsten und sichersten Vorsorgemaßnahmen der modernen Medizin
  • können es ermöglichen, die regionale oder sogar weltweite Verbreitung von Krankheiten zu stoppen.

Das Immunsystem

Der menschliche Körper verfügt mit seiner körpereigenen Abwehr, dem Immunsystem, über komplexe Schutzmechanismen gegen Krankheitserreger wie Bakterien und Viren.

Dabei gibt es mehrere Abwehrstrategien:

  • Die Bildung von Abwehrstoffen, so genannten Antikörpern, ist eine davon. Antikörper helfen bei der Abwehr von Krankheitserregern und verhindern so deren unkontrollierte Ausbreitung im Körper.
  • Gleichzeitig bildet der Körper auch Zellen, die sich Merkmale der eindringenden Erreger merken – sogenannte Gedächtniszellen. Bei einem späteren Kontakt mit den gleichen Krankheitserregern sind diese Gedächtniszellen in der Lage, blitzschnell die Bildung von passenden Antikörpern zu veranlassen. Dadurch können die Erreger, die der Körper bereits kennt, sofort unschädlich gemacht werden.

Impfungen ahmen natürliche Infektionen nach

Mit dem Impfstoff werden dem Körper abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger oder Teile eines Krankheitserregers präsentiert. Die Erkrankung wird dadurch jedoch nicht ausgelöst. Dennoch reagiert der Körper mit der Bildung von Antikörpern und Gedächtniszellen, die bei einem Kontakt mit dem echten Krankheitserreger sofort reagieren können. Der Körper kann diese Erreger dann schnell abwehren, ohne zu erkranken. Er ist immun gegen diesen Erreger.

Grafik Immunisierung

Grund-/ Erstimmunisierung: Für den Aufbau des Impfschutzes sind häufig mehrere Teilimpfungen erforderlich, um einen optimalen und langfristigen Schutz zu erreichen.

Auffrischimpfungen: Bei wenigen Impfungen hält der Schutz lebenslang, bei den meisten muss in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden.

  • Totimpfstoffe
    • inaktivierte Erreger
    • Bestandteile von Erregern
    • Beispiele: Impfstoffe gegen Hepatitis B, Influenza, Keuchhusten, Tetanus; Impfstoff gegen COVID-19, z.B. Valneva (Valneva Austria)
       
  • Lebendimpfstoffe
    • vermehrungsfähige, aber abgeschwächte Erreger
    • Beispiele: Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Rotaviren
       
  • mRNA-Impfstoffe
    • es wird dem Immunsystem nur der Bauplan für bestimmte Eiweißstoffe des Erregers angeboten
    • gelten als Totimpfstoffe
    • Beispiele: Impfstoffe gegen COVID-19, z.B. Comirnaty (BioNTech/Pfizer) bzw. Spikevax (Moderna)
  • Vektorimpfstoffe
    • enthalten infektionsfähige, aber harmlose, nicht krankmachende Viren, die sich zumeist auch nicht mehr vermehren können, also Bestandteile des Erregers, gegen den geimpft werden soll
    • gelten als Totimpfstoffe
    • Beispiele: Impfstoffe gegen COVID-19, z.B. Vaxzevria (Astra Zeneca), COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson & Johnson/Janssen)

Zulassung, Impfstoffsicherheit

Ein Impfstoff wird in Europa im Rahmen von streng geregelten EU-weiten oder nationalen Verfahren innerhalb gesetzlicher Fristen zugelassen. Im Rahmen der Zulassung werden die Qualität sowie die Sicherheit und Wirksamkeit eines Impfstoffes überprüft. Die behördlichen Aktivitäten bilden ein sehr vielschichtiges Sicherheitsnetz während der Produktion eines Impfstoffes: klinische Prüfung, wissenschaftliche Beratung, Zulassungsverfahren, behördliche Inspektionen und Vorgaben zur Arzneimittelsicherheit.

Bevor eine Impfstoffcharge, d. h. eine produzierte Impfstoffmenge, in Österreich in Umlauf gebracht werden darf, muss diese vorher von einem staatlichen Arzneimittelkontrolllabor geprüft werden. Auch während Impfstoffe am Markt sind, wird deren Sicherheit laufend streng überwacht.

Schutzimpfungen sind daher sehr sicher und gut verträglich.

Die heutigen Impfstoffe werden vor ihrer Zulassung nach strengen Vorschriften geprüft. Sie haben sich in ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit bewährt. Dennoch können bei der Verabreichung von Impfstoffen, so wie auch bei der Verabreichung anderer Arzneimittel, seltene Nebenwirkungen auftreten.

Grafik Impfreaktionen

Impfreaktionen

Bei der Anwendung von Impfstoffen wird eine Immunreaktion im Körper ausgelöst. Dadurch kann es zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands kommen. Diese Impfreaktionen sind somit erwartbar und zeigen, dass das Abwehrsystem des Körpers auf die Impfung reagiert.

Am häufigsten kommt es dabei zu einer Rötung oder Schwellung der Einstichstelle. Je nach Impfstoff sind ungefähr zwei bis 20 Prozent aller Geimpften betroffen. Solche lokalen Impfreaktionen sind harmlos und klingen nach wenigen Tagen von selbst wieder ab.

Bei etwa einem bis zehn Prozent der Geimpften können leichte Allgemeinreaktionen wie Fieber, Müdigkeit und Kopf- und Gliederschmerzen oder auch Übelkeit und Durchfall vorkommen. Diese Krankheitsanzeichen treten bei Totimpfungen in der Regel ein bis drei Tage nach der Impfung auf, bei Lebendimpfungen nach fünf bis zwölf Tagen. Die Allgemeinreaktionen verschwinden üblicherweise nach ein bis drei Tagen und sind ungefährlich.

In den Gebrauchsinformationen der Impfstoffe sind im Abschnitt „Nebenwirkungen“ Reaktionen nach Art und Häufigkeit angeführt, für die ein ursächlicher Zusammenhang zumindest vermutet wird. Detaillierte Informationen erhalten Sie durch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt und Ihre Apotheke.

Impfnebenwirkungen

Impfnebenwirkungen sind über das Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehende gesundheitliche Schädigungen. Sie treten nur selten auf und werden durch gesetzlich geregelte Meldesysteme sorgfältig analysiert und bewertet. Beispiele dafür sind Fieberkrämpfe und allergische Reaktionen. Das Risiko einer Impfnebenwirkung ist jedoch viel geringer als das Erkrankungsrisiko.

Bestimmte Gesundheitsberufsgruppen sind gesetzlich verpflichtet, in Österreich auftretende Nebenwirkungen an das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) zu melden. Generell haben alle Österreicher:innen die Möglichkeit, vermutete Nebenwirkungen von Arzneimitteln freiwillig direkt dem BASG zu melden.

Impfschäden

Für Gesundheitsschädigungen, die mit empfohlenen Impfungen in Zusammenhang gebracht werden, hat der Bund gemäß österreichischem Impfschadengesetz Entschädigung zu leisten.

Individual- und Gemeinschaftsschutz

Durch Impfungen schützt man einerseits sich selbst (Individualschutz), andererseits auch andere. Zahlreiche Impfungen führen nämlich zu einem Gemeinschaftsschutz – man spricht auch von der "Herdenimmunität". Diese ist gegeben, wenn ausreichend viele Menschen in der Bevölkerung vor einer ansteckenden Krankheit geschützt sind und eine Ausbreitung von Mensch zu Mensch somit sehr unwahrscheinlich ist. Dank des Gemeinschaftsschutzes sind sogar Menschen geschützt, die aufgrund ihres Gesundheitszustands, wegen ihres zu geringen Alters (Neugeborene) oder aus anderen Gründen nicht geimpft werden dürfen.

"Nestschutz"

Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Infektionskrankheiten, die vor der Geburt von der Mutter auf das Kind übergehen, ermöglichen teilweise einen Schutz des Neugeborenen. Dieser "Nestschutz" wird nach der Geburt innerhalb weniger Monate langsam abgebaut und ist nur für Krankheiten möglich, gegen die die Mutter immun ist.

Quellen: